Eine Studie mit 188 Startups, die 2024–2025 eine Series A erreichten und für die eine vorherige Seed-Runde in einer öffentlichen Finanzierungsdatenbank erfasst war, ergab, dass sich der mediane Zeitabstand von 22.3 auf 23.7 Monate verlängerte. Die deutlichsten Veränderungen zeigten sich bei Unternehmen mit längeren Abständen zwischen den Runden.
Fast zwei Jahre: So lange brauchten die Startups in der Studie von Raiseward Ventures im Median, um von der Seed-Finanzierung zur nächsten größeren Runde zu gelangen. 2025 stieg der Zeitabstand auf 23.7 Monate, gegenüber 22.3 Monaten im Vorjahr.
Für Gründer sind zusätzliche 1.3 Monate mehr als eine Finanzierungsstatistik. Es ist ein weiterer Zeitraum, in dem das Unternehmen Gehälter zahlen, sein Produkt entwickeln, Kunden gewinnen und Betriebskosten decken muss, bevor neues Kapital eintrifft.
Die zentrale Kennzahl verdeckt jedoch ein differenzierteres Bild. Die deutlichste Veränderung trat am oberen Ende der Verteilung auf: Das dritte Quartil stieg von 30.2 auf 38.8 Monate, ein Anstieg um fast neun Monate. Gleichzeitig gelangten einige Startups weiterhin in weniger als einem Jahr von Seed zu Series A.
Raiseward Ventures analysierte 188 Unternehmen, die 2024–2025 eine Series A erreichten, ordnete diesen Runden die jeweils vorausgehenden Seed-Runden zu und verglich die Zusammensetzung der beiden Kohorten. Die Studie untersucht, wie sich die Finanzierungszeiträume veränderten, warum sich die Entwicklungen zwischen geografischen Gruppen und Branchengruppen unterschieden und was die Ergebnisse für die Finanzplanung von Startups bedeuten.
Die Studie basiert auf Global Startup Funding Rounds 2019–2026, einem öffentlichen Datensatz mit 20,227 Finanzierungsereignissen. Aus diesem Datensatz wurden Unternehmen mit einer Series-A-Runde zwischen dem 1. Januar 2024 und dem 31. Dezember 2025 ausgewählt. Die ursprüngliche Datenbank enthielt 616 solcher Unternehmen: 338 im Jahr 2024 und 278 im Jahr 2025. Anschließend wurde für jedes Unternehmen geprüft, ob eine vorherige Seed-Runde vorlag. Für 188 Unternehmen ließ sich ein Seed–Series-A-Paar identifizieren.
Für jedes Unternehmen wurde der Zeitabstand zwischen seiner letzten erfassten Seed-Runde vor Series A und dem Datum seiner Series-A-Runde berechnet. Die Dauer wurde in Kalendertagen gemessen und für alle Beobachtungen mit demselben Umrechnungsfaktor in Monate umgerechnet. Die Unternehmen wurden nach dem Jahr ihrer Series-A-Runde gruppiert, unabhängig davon, wann sie ihre Seed-Finanzierung erhalten hatten. Beispielsweise wurde ein Startup, das 2022 eine Seed-Runde abschloss und 2025 eine Series A bekannt gab, der Kohorte 2025 zugeordnet.
Der mediane Zeitabstand zwischen den Runden war die primäre Kennzahl. Zusätzlich wurden Mittelwerte, erste und dritte Quartile sowie Interquartilsabstände berechnet. Die geografische und branchenspezifische Zusammensetzung der Kohorten wurde verglichen, um Unterschiede zwischen den Unternehmen zu beurteilen.
Die zentrale Berechnung von Raiseward Ventures ergab einen medianen Zeitabstand zwischen Seed und Series A von 22.34 Monaten für die Kohorte 2024 und 23.66 Monaten für die Kohorte 2025. Die Differenz betrug 1.32 Monate oder etwa 5.9%.
Der Median erfasst die Mitte der Zeitabstände zwischen den Runden, ohne übermäßig von einzelnen Unternehmen mit außergewöhnlich kurzen oder langen Abständen beeinflusst zu werden. Der Vergleich der Mediane zeigt jedoch nur einen Teil der Veränderung.
2024 benötigten die mittleren 50% der Unternehmen etwa 13.6–30.2 Monate, um von Seed zu Series A zu gelangen. 2025 weitete sich diese Spanne auf 12.8–38.8 Monate aus.
Der Interquartilsabstand nahm um 9.49 Monate zu. Das bedeutet, dass die mittlere Hälfte der Beobachtungen in der Kohorte 2025 eine wesentlich größere Bandbreite an Zeiträumen abdeckte. Besonders ausgeprägt war die Veränderung beim dritten Quartil, dem Schwellenwert, unterhalb dessen 75% der Beobachtungen liegen. Es stieg von 30.16 Monaten im Jahr 2024 auf 38.83 Monate im Jahr 2025, eine Differenz von 8.67 Monaten. Das erste Quartil veränderte sich dagegen kaum und sank sogar leicht von 13.60 auf 12.78 Monate.
Die Studie zeigt somit keinen einheitlichen Anstieg der Zeit bis zur Series A bei allen Startups in der Stichprobe. Die Veränderungen waren am oberen Ende der Verteilung ausgeprägter, bei Unternehmen mit längeren Zeitabständen zwischen den Runden.
Bei der Planung der nächsten Finanzierungsrunde ist es sinnvoll, sowohl den medianen Zeitraum als auch ein Szenario zu berücksichtigen, in dem das Erreichen der Series A wesentlich länger dauert.
Die Zeit zwischen den Runden kann von dem Markt abhängen, in dem ein Unternehmen tätig ist. Venture-Ökosysteme unterscheiden sich hinsichtlich der Kapitalverfügbarkeit, der Zahl der Investoren, der typischen Rundengrößen und der Anforderungen an Startups bei der Series A. Raiseward Ventures verglich daher die geografische Zusammensetzung der beiden Kohorten gesondert.
U.S.-Startups machten fast die Hälfte der Kohorte 2024 aus. 2025 sank ihr Anteil um acht Prozentpunkte auf 41.4%. Im selben Zeitraum stieg die Zahl indischer Unternehmen von sieben auf 14, während die Zahl der U.K.-Unternehmen von vier auf 13 zunahm.
Die beiden Stichproben unterscheiden sich somit in ihrer geografischen Zusammensetzung. Dies ist bei der Interpretation des Gesamtmedians wichtig, der Unternehmen zusammenfasst, die unter unterschiedlichen Bedingungen Kapital aufnehmen.
Eine zusätzliche Berechnung zeigte auch Unterschiede bei den Zeiträumen selbst. Bei U.S.-Unternehmen war der mediane Zeitabstand zwischen Seed und Series A 2025 etwa 1.35 Monate kürzer als 2024. Bei Startups außerhalb der Vereinigten Staaten verlängerte er sich um etwa 2.02 Monate.
Diese Ergebnisse zeigen, dass der Gesamttrend nicht für jede geografische Gruppe galt. Für Gründer, die sich auf eine Series A vorbereiten, legen sie nahe, neben dem internationalen Median auch Unternehmen in vergleichbaren Märkten zu betrachten. Für Fonds sind geografische Unterschiede wichtig, wenn sie den Kapitalbedarf von Portfoliounternehmen bewerten und Folgeinvestitionen planen.
Neben der geografischen Verteilung verglich Raiseward Ventures die Branchenzusammensetzung der beiden Kohorten. Unternehmen in unterschiedlichen Technologiesektoren unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Produktentwicklungszyklen, der Zeiträume zur Kundengewinnung, ihrer Kapitalintensität und der Anforderungen von Investoren. Daher ist es sinnvoll, sowohl die Zahl der Startups in jedem Sektor als auch die Zeit zwischen ihren Finanzierungsrunden zu untersuchen.
Die deutlichste Verschiebung zeigte sich im Bereich Fintech: Die Zahl der Unternehmen stieg von sieben auf 17, und der Anteil des Sektors an der Analysestichprobe erhöhte sich von etwa 7.9% auf 17.2%. Auch High Tech war stärker vertreten, mit einem Anstieg von 10 auf 15 Unternehmen. Gleichzeitig sank die Zahl der Startups im Bereich Unternehmensinfrastruktur von 11 auf sechs.
Eine Veränderung der Unternehmenszahl geht nicht zwangsläufig mit einer ähnlichen Veränderung der Zeit zwischen den Runden einher. Um diesen Unterschied zu untersuchen, berechneten wir die medianen Zeitabstände für die wichtigsten Branchengruppen gesondert.
Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Entwicklungen je nach Branche unterschieden. Im Bereich Fintech verkürzte sich der mediane Zeitabstand um etwa 3.45 Monate, von 23.89 auf 20.44 Monate, obwohl die Zahl der Fintech-Unternehmen in der Stichprobe zunahm. Im Bereich High Tech stieg der Median von 24.08 auf 26.22 Monate. Bei Unternehmensanwendungen wurde ein Rückgang um etwa 5.81 Monate verzeichnet, während die Unternehmensinfrastruktur einen Anstieg um rund vier Monate aufwies. Im Bereich Konsumgüter und -dienste war die Differenz besonders groß, doch jede Jahresgruppe umfasste weniger als 10 Unternehmen. Es wäre daher verfrüht, aus diesen Zahlen einen branchenweiten Trend abzuleiten.
Das Hauptergebnis des Branchenvergleichs lautet, dass es keinen einheitlichen Trend über alle Sektoren hinweg gab. Selbst innerhalb derselben internationalen Stichprobe verzeichneten einige Unternehmensgruppen kürzere Zeitabstände, während andere längere aufwiesen.
Das bedeutet auch, dass der Anstieg des Gesamtmedians nicht allein auf die stärkere Vertretung von Fintech oder High Tech zurückgeführt werden kann. Sowohl die Zusammensetzung der Stichprobe als auch die Verteilung der Zeiträume innerhalb einzelner Branchengruppen veränderten sich.
Für die praktische Planung ist es hilfreicher, ein Startup mit Unternehmen zu vergleichen, die ähnliche Geschäftsmodelle haben und sich in einer ähnlichen Entwicklungsphase befinden, als sich ausschließlich auf den internationalen Gesamtmedian zu stützen.
Hinter den Medianen und Quartilen stehen einzelne Unternehmen, jedes mit seinem eigenen Weg zwischen den Finanzierungsphasen. Drei Beispiele aus dem Analysedatensatz von Raiseward Ventures veranschaulichen die Bandbreite der Beobachtungen.
Dieses Beispiel veranschaulicht einen relativ schnellen Übergang zwischen den Runden. Es zeigt, dass einige Unternehmen selbst bei einem Gesamtmedian von rund zwei Jahren weniger als ein Jahr nach der Seed-Finanzierung eine Series A erreichen können.
Der Zeitabstand war nahezu identisch mit dem Median der Kohorte 2024. Dieses Beispiel veranschaulicht einen Weg nahe der Mitte der untersuchten Stichprobe.
Dies ist ein Beispiel für einen wesentlich längeren Abstand zwischen den Runden. Es verdeutlicht, warum das obere Ende der Verteilung der Zeiträume in der Kohorte 2025 eine genauere Betrachtung verdient.
Diese drei Fälle veranschaulichen die Bandbreite der Beobachtungen, von weniger als einem Jahr bis zu mehr als dreieinhalb Jahren. Die Zeitabstände allein erklären jedoch nicht, warum ein bestimmtes Unternehmen seine nächste Runde früher oder später abschloss. Solche Schlussfolgerungen würden eine gesonderte Untersuchung seiner Geschäftsentwicklung und Finanzierungsumstände erfordern.
Als zusätzliche Überprüfung verglich Raiseward Ventures die Ergebnisse anhand unterschiedlicher Kriterien für die Unternehmensauswahl. Konkret wurden U.S.-Startups, Unternehmen außerhalb der Vereinigten Staaten und eine Stichprobe ohne die kürzesten und längsten Zeitabstände untersucht.
Nach Ausschluss von Beobachtungen mit Zeitabständen unter drei Monaten oder über 60 Monaten verringerte sich die Differenz zwischen den Medianen von 2024 und 2025 auf 0.26 Monate. Dies zeigt, dass das Gesamtergebnis davon abhängt, welche Unternehmen und welche Bandbreite an Zeiträumen einbezogen werden. Der ursprüngliche Median bleibt dennoch eine gültige Beschreibung der vollständigen Stichprobe von 188 Unternehmen.
Bei der Anwendung der Ergebnisse ist es wichtig, neben der zentralen Kennzahl auch die Verteilung der Zeiträume, die geografische Zugehörigkeit und die Branchenmerkmale des Startups zu berücksichtigen.
Für Gründer ist die Zeit zwischen Seed und Series A in erster Linie eine Frage, ob das Unternehmen über genügend Kapital verfügt. Nach der Seed-Finanzierung muss ein Unternehmen die Produktentwicklung, sein Team und den Vertrieb finanzieren und zugleich die für die nächste Runde erforderlichen Meilensteine erreichen.
All diese Aktivitäten erfordern Finanzierung. Wird die nächste Runde später als ursprünglich geplant abgeschlossen, muss das Startup die Betriebskosten für den zusätzlichen Zeitraum decken.
Ein Unternehmen hat eine Seed-Finanzierung erhalten und plant bis zur Series A mit einer Kapitalreichweite von 24 Monaten. Sein monatlicher Netto-Cash-Burn beträgt $100,000.
Ein längerer Zeitabstand bedeutet nicht zwangsläufig Verluste oder eine schwächere Geschäftsentwicklung. Ein Unternehmen kann die zusätzliche Zeit nutzen, um sein Produkt zu verbessern, den Umsatz zu steigern oder eine überzeugendere Investitionsgrundlage zu schaffen. Bei unzureichenden finanziellen Reserven kann eine längere Wartezeit auf die Series A ein Startup jedoch dazu zwingen, seine Einstellungspläne, sein Marketingbudget oder das Tempo der Produktentwicklung anzupassen.
Daher ist es sinnvoll, bei der Planung der nächsten Runde mehrere Szenarien zu berücksichtigen:
Obwohl die Zeit zwischen Seed und Series A für die Finanzplanung wichtig ist, ist sie kein allgemeingültiger Maßstab für die Qualität eines Startups. Ein schnellerer Übergang kann auf rasches Wachstum, eine starke Produktnachfrage und die Bereitschaft von Investoren hindeuten, die Expansion zu finanzieren. Er kann aber auch die Marktbedingungen oder die Finanzierungsstrategie des Unternehmens widerspiegeln.
Ebenso deutet ein längerer Zeitabstand nicht zwangsläufig auf Probleme hin. Ein Startup kann die Series A bewusst verschieben, wenn es über ausreichend Kapital verfügt, stetig wächst und erwartet, seine nächste Runde zu günstigeren Konditionen abschließen zu können.
Bei Unternehmen, die komplexe Technologien entwickeln, kann ein längerer Zeitabstand auch die für Produktentwicklung, Zertifizierung oder Kommerzialisierung erforderliche Zeit widerspiegeln.
Die Studie von Raiseward Ventures ergab, dass die mediane Zeit von Seed bis Series A in der Stichprobe von 22.3 Monaten im Jahr 2024 auf 23.7 Monate im Jahr 2025 stieg, ein Anstieg um 1.3 Monate oder 5.9%.
Die Analyse zeigte außerdem eine größere Streuung der Zeit zwischen den Runden und unterschiedliche Entwicklungen in geografischen Gruppen und Branchengruppen. Diese Ergebnisse verdeutlichen, dass bei der Schätzung von Zeiträumen für die Kapitalaufnahme der jeweilige Markt und das Geschäftsmodell berücksichtigt werden müssen.
Die Ergebnisse unterstreichen den Wert einer szenariobasierten Finanzplanung.
Gründer müssen ausreichend Kapital bis zur nächsten Runde einplanen, während Venture-Fonds bei der Planung von Folgefinanzierungen für Portfoliounternehmen mögliche Unterschiede in der Zeit bis zur Series A berücksichtigen müssen.